TOXISCHE
METALLE
Aluminium
Aluminium wird bei
normaler Organfunktion zwar leicht ausgeschieden, bei Personen mit einer
verminderten Nierenleistung kann es jedoch zur Beeinträchtigung von
Gehirnfunktionen kommen. Die Symptome einer langfristigen Aluminiumbelastung
reichen von Sprachstörungen, motorischen Störungen bis hin zu Lähmungen,
Krämpfen, Gedächtnisstörungen und Demenz.
Quellen/Vorkommen
Infolge der
umweltbedingten Säurebelastung werden aus den Böden grosse Mengen von
Aluminium-Verbindungen herausgelöst, die in Pflanzen angereichert werden und in
die Nahrungskette gelangen. Neben Trinkwasser stellen der Verzehr von
kontaminiertem Gemüse und Obst, die Speisezubereitung und die Aufbewahrung von
Lebensmitteln
(Töpfe, Pfannen, Alufolie) häufige Quellen für
eine vermehrte Aufnahme von Aluminium dar. Die Zubereitung von stark sauren
Nahrungsmitteln (z.B. Sauerkraut, Früchte, Rhabarber, Essig) sowie auch von
stark alkalischen Lebensmitteln (rote Beete, Zwiebeln, Kartoffeln) in
Aluminiumhaltigem Kochgeschirr oder Alu-Folien können die Menge des
durchschnittlich mit der Nahrung aufgenommenen Aluminium (22-36 mg/Tag) um den
Faktor 2-3 erhöhen.
Wein, Bier, Wurzelgemüse, Pilze, Orangen, Mandarinen, Tomaten und Schwarztee
enthalten hohe Mengen an Aluminium. Von gewissen Aluminium-Verbindungen können
bis zu 25% über den Gastrointestinal-Trakt resorbiert werden, umso mehr je
stärker sauer die Magensäfte sind. Manche Medikamente gegen Magenübersäuerung (Antacida),
Antidiarrhoika (Kaolin), gepufferte Analgetika, gewisse Lipidsenker (Aluminiumclofibrat)
und Phosphatbindende Medikamente, die Nierenpatienten zur Prävention des
sekundären Hyperparathyroidismus verschrieben werden, enthalten ebenfalls
Aluminium.
In der Zahntechnik
ist Aluminium in keramischen Massen, in der Metallverarbeitung als Bestandteil
von Nichtedelmetall-Legierungen und Titanlegierungen vorzufinden; sogar Deodorants und
Zahnpasta können Aluminium enthalten.
Aluminium ist
aufgrund seiner elektrischen und thermischen Leitfähigkeit ein häufig
verwendetes Industriemetall.
Es wird eingesetzt im
Fahrzeug- und Maschinenbau, bei der Herstellung von Geräten, Glas, Porzellan,
elektrischen Leitungen, in der Papier-, Textil- sowie in der
Verpackungsindustrie.
Eine erhöhte
Aluminium-Konzentration kann durch industrielle Emissionen sowie die
Berufstätigkeit in einem Aluminiumverarbeitenden Betrieb bedingt sein oder bei
Anwohnern solcher Betriebe gefunden werden.
Symptome und
Stoffwechselstörungen
Bei Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz findet man
erhöhte Aluminium-Spiegel als unerwünschte Begleiterscheinung der
Dialysebehandlung. Diese Patienten entwickeln das Syndrom der progressiven
Dialyse-Enzephalopathie mit Demenz, Sprachstörungen und psychotischen Zuständen.
Als Folge der Aluminium-Intoxikation treten auch Knochenerkrankungen und Anämien
auf.
Im Knochen werden nach Langdauernder Belastung
Aluminium-Depots angehäuft, die zur Störung der Knochen- und Matrixbildung
führen. Es kann zur Osteomalzie infolge Demineralisierung des Knochens kommen,
dabei findet man erhöhte Kalzium-Ausscheidung im Urin und erhöhte
Phosphat-Ausscheidung im Stuhl, da Phosphor im Magen durch Aluminium gebunden
und nicht mehr absorbiert wird. Im Blut können die Kalzium- und Phosphat-Werte
noch immer im normalen Bereich liegen. In Tierversuchen konnte gezeigt werden,
dass der Organismus bei Kalziummangel Aluminium als Ersatz verwendet und in
verschiedenen Geweben incl. Gehirn ablagert. Bei ungenügender Kalzium-Versorgung
steigt die Aluminium-Resorptionsrate und Aluminium bindet sich stärker an das
Kalzium-Transporteiweiss Calmodulin als Kalzium selbst.
Bei Alzheimer-Patienten findet man Aluminium-Akkumulierungen
in bestimmten Gehirnarealen, v. a. im frontalen und temporalen Cortex. Dabei
wird Aluminium im Unterschied zur Demenz nach Nierendialyse nicht im Zytoplasma,
sondern im Zellkern von Hirn- und Nervenzellen abgelagert, wo es die DNA
schädigen kann. Normalerweise passiert Aluminium die Blut-Hirn-Schranke nur als
Komplex mit Glutamat oder wenn diese infolge eines Schlaganfalls, Traumen oder
Niereninsuffizienz geschädigt ist. Es existieren Hypothesen wonach Aluminium ein
Gen für die Bildung des abnormen Proteins ALZ-50-Antigen induziert, welches eine
Rolle in der Bildung und Ablagerung von Plaques beim Morbus Alzheimer spielt.
Im Plasma wird Aluminium wie Eisen an Transferrin und Albumin
gebunden und in Ferritin und Hämoglobin gespeichert, was die Entstehung einer
Anämie bei Aluminium-Belastung infolge Störung der Hämoglobinsynthese im
Knochenmark erklärt. Weiterhin beeinträchtigt Aluminium die Bioverfügbarkeit von
Zink und führt zu einer Verdrängung von Magnesium aus den Geweben.
Erhöhte Aluminium-Werte können in Langzeittherapien (über
Monate) mit Calcium, Magnesium und Vitamin B6 gesenkt werden. In der Ernährung
sollte man Backpulver, Schmelzkäse und Coca-Cola möglichst vermeiden.
