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DMPS-TEST

 

 

AUSSCHEIDUNG DER TOXISCHEN METALLE MITTELS DMPS-TEST

 

 

 Prinzip

Mobilisation der gespeicherten, toxischen Schwermetalle, wie z.B.  Quecksilber, mittels des  Komplexbildners

DMPS (2,3-Dimercapto-propan-1-sulfonat)

 

Analysenempfehlung

Bestimmung der eliminierten Elemente im Urin: Quecksilber,  Blei, Cadmium, Kupfer und Zink.  

 

Ergänzungs Untersuchungen

Bestimmung von Zink und Selen (im Serum). Je nach Testergebnis, deren Substitution zur Förderung der

Gift-Elimination oder Kompensation der Verluste dieser essentiellen Spurenelemente.

 

Methode 

Atomabsorptionsspektrometrie (AAS)  

 

Untersuchungsmaterial 

Urin  

 

Testdurchführung

1.  Am Morgen Blase vollständig entleeren.

2.  Je nach Körpergewicht DMPS (Dimaval) Kapseln, nüchtern mit 1/2-1 l Wasser einnehmen. 

     Empfehlung: 1 Tablette à 100 mg pro 25 kg Körpergewicht.  

3.  Nach 2 Stunden den Urin in den Behälter lösen.  

4.  Behälter mit dem Urin und Auftragsformular an das Orthomedis Speziallabor senden.  

     Den Test kann man auch mit der DMPS (Dimaval) Injektion i.v. durchführen. Die Dosierung

     für die Injektionslösung beträgt etwa 3 mg DMPS/kg Körpergewicht. Das ist der sicherste

     Aufnahmeweg, welcher zur stärksten Metallausscheidung nach 30- 45 Minuten durch

     Spontanurin führt.  

 

Quecksilber-Mobilisationstest (aus Körperdepots) mit Dimaval-(DMPS)-Test  

 

Probe 1 ( Urin 1): 5-10 ml Spontanurin vor Testbeginn

Probe 2 ( Urin 2): 5-10 ml Spontanurin  nach Dimaval-Test

Für die Beurteilung ist die Probe 2 ausschlaggebend.

Messparameter: Hg, Cu, Zn und  ev. Kreatinin im Urin 1 und 2.

Quecksilberwerte über 50 mg/g Kreatinin sprechen für eine erhöhte Quecksilberbelastung, z. B. durch Amalgam. Hier kann bei entsprechender klinischer Symptomatik eine Ausleittherapie erwogen werden.

 

Therapeutische Ansätze bei erhöhter Schwermetallbelastung:  

-  Verminderung der Schwermetallresorption (kompetitive Hemmung) durch Gabe von Zink und Calcium.

-  Vitamin C verbessert die Wasserlöslichkeit und damit die renale Ausscheidung von Schwermetallen.

-  Schwefelhaltige Aminosäuren (Cystein, Methionin) fördern die Schwermetallausschwemmung durch

-  Komplexbildung.

-  Vitamin E scheint die Toxizität von Schwermetallen auf Zellen zu vermindern.  

Bei Dimavaltherapie müssen essentielle Spurenelemente, die unter der Therapie mit ausgeschieden werden, unbedingt substituiert werden.

 

Toxikologische Hinweise:

                                   

Zink (Zn): Hohe Ausscheidung nach DMPS. Ein hohes Zinkdepot wirkt den toxischen Wirkungen der anderen Schwermetalle entgegen. Aus diesem Grund sollte ein hoher Zinkspiegel angestrebt werden. Bei Zinkwerten unter 200 mg/l im Spontanurin 1 (vor DMPS-Gabe) sollte Zink substituiert werden.

 

Zinn (Sn): Vorkommen: Bestandteil im Amalgam, Holzschutzmitteln. Bei Werten über 5 mg/l im Urin können unspezifische Vergiftungssymptome auftreten.

 

Arsen (As): Bei Werten über 25 mg/l liegt eine erhöhte Belastung vor (z. B. bei Anwohnern von Müllverbrennungsdeponien). Ggf. erneute Mobilisation nach ca. 4-6 Wochen.

 

Aluminium (AI): Häufigste Quellen für eine erhöhte Aluminiumbelastung: Getränke (z. B. Wein, Bier, Schwarztee), Verwendung von aluminiumhaltigem Kochgeschirr und Aluminiumbratfolien, Medikamenten (z. B. Antacida), Zahnpasta, Industrieemissionen.

 

Blei (Pb): Indiziert bei bleiexponierten Personen (Anlieger von vielbefahrenen Strassen, Postboten, ständiger Aufenthalt in Innenstadtbereichen etc). Bei Werten deutlich über 500 mg/l ist eine Entgiftungstherapie bzw. Expositionsprophylaxe sinnvoll. Ergänzende Untersuchung: Porphyrine, Porphobilinogen, delta-Aminolävulinsäure im Urin.

 

Cadmium (Cd): Nahrung, Zigarettenrauch, Getränke, Trinkwasser und Luft stellen für den Menschen die stärksten Cadmiumbelastungen dar. Die Belastung der städtischen Bevölkerung ist etwa 4-fach höher als die der ländlichen. Bei Werten über 3 mg/l ggf. Mobilisation.

 

Nickel (Ni): Vermehrte Aufnahme über die Nahrung und Luft. Bei Werten über 3 mg/l ggf. Mobilisation.

 

Kupfer (Cu): Vorkommen: z. B. Amalgam, kupferhaltige Wasserleitungsrohre, Verwendung der Antibaby-Pille. Eine Behandlung sollte bei Werten über 100 mg/l erwogen werden. Erhöhte Ausscheidung bei M. Wilson und Lebererkrankungen.    

 

Qecksilber-Freisetzungstest ( aus Amalgamfüllungen) mit Kaugummi-Test

 

Probe 1 ( Speichel 1): 5 ml Speichel vor Testbeginn

Probe 2 ( Speichel 2): 5 ml Speichel nach Kaugummi-Test

 

Für die Beurteilung ist die Probe 2 ausschlaggebend.

 

Messparameter: Hg, Cu.

 

Beurteilung: Gesundheitsgefährdung möglich bei mehr als 100 mg Quecksilber im Speichel in Probe 2.

 

Kaugummi-Test:

 

-  5ml Speichel für den Basalwert sammeln ( Probe1).

-  10-minutiges intensives Kauen eines zuckerfreien Kaugummis

-  danach sofort 5 ml Speichel sammeln ( Probe 2)

 

Nachweis der Quecksilber-Freisetzung aus Amalgamfüllungen ( Amalgam enthält neben Quecksilber, hauptsächlich Silber, Kupfer  und Zinn). Der Test gibt  keine Auskunft über eine erhöhte körperliche Quecksilberspeicherung. Bei vermehrter Quecksilberfreisetzung aus  den Amalgamfüllungen sollte ein Quecksilbermobilisationstest mit Dimaval bzw. DMPS durchgeführt werden, um die Menge des im Körper angereicherten Quecksilbers zu bestimmen.

Hinweis: Deutlich erhöhte Quecksilberwerte werden bei alten, sanierungsbedürftigen und neuen Amalgamfüllungen beobachtet. Bei geringer  Quecksilberfreisetzung kann der Quecksilbergehalt in der Probe 2 niedriger als in der Probe 1 sein. Dies ist auf einen „Verdünnungseffekt“ bedingt durch die vermehrte Speichelsekretion zurückzuführen.

 

Literatur zum DMPS-Test und  Ausscheidung der toxischen Metalle: 

 

(1) Daunderer, M.:    Handbuch der Umweltgifte, Ecomed-Verlag, Landsberg 1990, Amalgam III -3, 1-128  
(2) Daunderer, M.:   Handbuch der Umweltgifte, Ecomed-Verlag, Landsberg 1990, Toxikologische  Einzelstoffinformationen, III-3, 2-8  
(3) Daunderer, M.:   Amalgamfüllungen ein Kunstfehler? Vitaminspur 4, 1989, 179 - 182  
(4) Daunderer, M.: Besserung von Nerven- und Immunschäden nach Amalgamsanierung, Dtsch. Zschn. f. biologische Zahnmedizin 6, 1990, 152 - 157  
(5) Daunderer, M.:   Klinische Toxikologie, 1-7 Bd. Ecomed-Verlag, Landsberg
(6) Daunderer, M.:  Biologische Medizin 5, 1989, 587-589  
(7) Daunderer, M.:  Mobilisation von Quecksilberspeicherungen im Organismus mittels DMPS (Dimaval)
(8) Schiele, R.:  Einsatz des Komlexbildners DMPS (Dimaval) zur Feststellung  von Quecksilberspeicherungen,
(9) Schiwara, H.W. et. al.:      Bestimmung von Cu, Hg, Methylquecksilber, Zinn, Methylzinn und Silber im Körpermaterial von Amalgamträgern, Klin. Lab. 1992, 38, 391-403  

Toxische Metalle - Inhaltsverzeichnis

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