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Kryptopyrrol - Kryptopyrrol - Kryptopyrrol - Kryptopyrrol - Kryptopyrrol - Kryptopyrrol - Kryptopyrrol - Kryptopyrrol - Kryptopyrrol

 

Kryptopyrrol

 

Kryptopyrrol - verborgenes Pyrrol

 

Kryptopyrrol ist eine biochemische Substanz, die im Zusammenhang mit verschiedenen Stoffwechselstörungen, insbesondere bei der Pyrrolurie, im Urin ausgeschieden wird. Pyrrole, aus denen Kryptopyrrol (Bedeutung: Verborgenes Pyrrol) gebildet wird, sind Bausteine des Häms (roter Blutfarbstoff) und werden im Stoffwechsel von gesunden Menschen in Gallenfarbstoffen über den Stuhl ausgeschieden. Bei der Pyrrolurie kommt es zu einem vermehrten Anfall der Pyrrole im Organismus, so dass diese nicht mehr über den Stuhl, sondern als Kryptopyrrol im Urin ausgeschieden werden. Dieser Prozess erfolgt jedoch nur in Form einer Komplexbildung mit Zink und Vitamin B6, wodurch auch diese beiden wichtigen Nährstoffe dem Organismus verloren gehen. Es kommt zum kombinierten Defizit von Zink und Vitamin B6, welches zahlreiche weitere stoffwechselbedingte Krankheiten sowie psychische und psychosomatische Störungen nach sich zieht.

 

 

Komplexbildung - Abhängigkeit von Zink und Vitamin B6

 

Seit der Entdeckung des sogenannten Malvenfaktors im Jahr 1958 wurden mehr als zehn Jahre lang komplizierte und z. T. verwirrende Forschungen betrieben, bis es 1969 zur Aufklärung der chemischen Struktur des Malvenfaktors als Kryptopyrrol kam (auf die Geschichte des Kryptopyrrol wird im Folgenden noch weiter eingegangen). Nach der Lösung grösserer methodischer Probleme gelang es, die Struktur von Kryptopyrrol (2,4 Dimethyl-3-Äthylpyrrol) und seine Komplexbildung zu entschlüsseln. Die Idee kam von der Beobachtung her, dass Kryptopyrrol leicht mit sämtlichen Aldehyden reagierte. Tatsächlich verbindet es sich mit Pyridoxal-5-Phosphat, der aktiven Form des Vitamin B6, und es entsteht eine stabile Schiff‘sche Base, die dann mit Zink komplexiert und ausgeschieden wird. So raubt das Kryptopyrrol dem Organismus die beiden essentiellen Nutrienten und die Folgen sind Pyrrolurie oder andere Störungen, die durch Zink- und Vitamin B6-Mangel bedingt sind, jedoch ohne deutliche neurologische oder psychische Auffälligkeiten verlaufen können.

 

Die Bindung von Pyridoxal-5-Phosphat und Zink an Kryptopyrrol

Etwas über Zink

Zink ist ein essentielles Spurenelement, das sich an einer Vielzahl von Körperfunktionen beteiligt. So weiss man bis heute bereits von über 200 Enzymen, an deren Aufbau Zink beteiligt ist. Bei fast allen wichtigen Krankheitsbildern spielt Zink eine Rolle, sei es infolge von Mangel, Verteilungsstörungen oder Ungleichgewicht mit anderen Elementen (z. B. Kupfer, Eisen). Zink hemmt oder beschleunigt metabolische Prozesse, (z.B. als Beschleuniger der Neurotransmitterfreisetzung) und ist unabdingbar für die Zellteilung sowie für deren Wachstum und Differenzierung. Es schützt aber auch als Antioxidans die Zellen vor Schädigungen durch freie Radikale und vor Kupfer-, Cadmium-, und Bleiintoxikationen. Ausserdem reguliert es die Abwehrleistungen des Immunsystems. Des weiteren spielt Zink beim Stoffwechsel der Geschlechts-, Schilddrüsen- und Wachstumshormone, des Insulins sowie der Prostaglandine eine zentrale Rolle.

 

Folgen von Mangelzuständen

 

Im Folgenden sei nur auf diejenigen Störungen näher eingegangen, die uns später im Zusammenhang mit der Pyrrolurie wieder begegnen werden, weiter folgt eine Liste möglicher klinischer Symptome von Zinkmangel.

Nägel: Ein leicht erkennbares und sehr häufiges Zeichen von Zinkmangel ist die Leukonychie. Dabei treten kleinere oder grössere Flecken oder weisse Querstreifen auf den Nägeln auf. Bei Behandlung mit Zinkpräparaten verschwinden kleine Flecken sehr rasch. Bei den grossen Flecken dauert es fünf bis sechs Monate bis der Nagel herausgewachsen ist und die Flecken somit verschwinden, sie treten jedoch bei andauernden Zinkeinnahmen überhaupt nicht mehr auf.

Kupfer-Status: Im Zusammenhang mit Zinkmangel steht auch ein erhöhter Kupferspiegel, welcher auch ein Faktor bei der Leukonychie ist. C. C. Pfeiffer beobachtete, dass auch die Stoffwechselerkrankung Psoriasis auf eine Therapie mit Zink und Vitamin B6 anspricht, denn sie ist besonders durch einen hohen Serum-Kupferspiegel gekennzeichnet.

Haut und Haare: Patienten, bei denen ein starker Zinkmangel nachgewiesen wird, haben meistens sehr helle Haut, Haarausfall, struppige Haare oder sehr wenig Haare an Liedern und Augenbrauen. Sowohl Zink als auch Vitamin B6 werden zur Haut- und Haar-Pigmentbildung benötigt.

Des weiteren ist Zink essentiell für die bakterielle Barriere der Haut. Deshalb ist bei Mangelzuständen eine erhöhte Anfälligkeit auf Hautinfektionen nicht selten. Die häufigsten Hauterkrankungen aufgrund von Zinkmangel sind Akne, die auch lange nach der Pubertät nicht verschwindet, Ekzem und Herpes.

Immunität: Allgemein lässt sich sagen, dass als Folge von Zinkmangel das Immunsystem geschwächt wird, und dadurch bedingt ist erhöhte Infektionsanfälligkeit im ganzen Organismus. Bei Zinkverlust oder Mangel kommt es zur Hemmung der zellulären Abwehr, wenn die antioxidative Schutzwirkung von Zink ausbleibt. Eiweissverwertungsstörungen können auch ein Grund für Immunschwäche bei Zinkmangel sein, denn Zink ist verantwortlich für die Funktion gewisser Enzyme, die die Eiweisssynthese gewährleisten.

Knochen, Gelenke, Wachstumsstörungen: Zink ist, wie auch Mangan, unerlässlich zur Muskel und Knochenbildung. Am Aufbau von Kollagen und elastischen Fasern sind Zink-Metalloenzyme beteiligt. Damit hängen bei Zinkmangel hervorgerufenen Rückenschmerzen, Striae der Haut, und Gelenkschmerzen aufgrund von unzureichender Knorpelbildung vor allem an Knien und Hüften zusammen.

Aus diesem Grund sind zahlreiche Wachstumsstörungen mit Zinkmangel verbunden, sie sind aber auch von der hormonsteuernden und enzymatischen Funktion von Zink abhängig. Bei Zinkmangel wird unter anderen ein deutlicher Aktivitätsabfall des Enzyms Carboxypeptidase beobachtet, welches bei der Eiweissverdauung eine wichtige Rolle spielt. Schlechtere Nahrungsverwertung, Appetitlosigkeit und Eiweissunverträglichkeit treten auf, womit ein verzögertes Wachstum zusammenhängen kann.

Legasthenie: Aufgrund von Zinkmangel in der Schwangerschaft können bei Kindern Lernstörungen infolge von Legasthenie auftreten, denn der Zinkmangel kann in der Schwangerschaft Entwicklungsstörungen der retinokortikalen Bahnen hervorrufen. Zur Bildung von Testosteron wird der Zinkbedarf erhöht, wodurch sich erklären lässt, dass Legasthenie bei Knaben dreimal häufiger auftritt als bei Mädchen. Bei Kindern in Förderschulen, unter denen sich übrigens auffallend viele mit weissen Flecken auf den Nägeln finden, können mit Gaben von Zink und Vitamin B6 erstaunliche Fortschritte beim Lesen und Lernen erzielt werden.

 

Klinische Symptome von Zinkmangel

- Wachstumsstörungen, Wachstumsverzögerungen, insbesondere im Bereich der Sexualorgane, späte Pubertät

- Unterfunktion der Hoden bzw. der Eierstöcke, verminderte Spermienbildung, Ovulationsstörungen, verminderte

  Fertilität, Unfruchtbarkeit, Mastopathie, Uterus myomatosus, Komplikationen während der Schwangerschaft,

  Prostataerkrankungen, Corpusluteum-Insuffizienz, Amenorrhoe, Impotenz, post-partum-Depressionen

- Maculadegeneration

- weisse Flecken an den Fingernägeln (Leukonychie), Haarausfall (Alopezie), Dermatitis, Akne, Ekzeme,

  Hautausschläge, Psoriasis (Schuppenflechte), Pusteln, Verhornungen, verzögerte Wundheilung

- geschwächte Immunreaktion mit Infektionsanfälligkeit

- verminderte Geruchs- und Geschmacksempfindung, Nachtblindheit, Appetitlosigkeit (häufig begleitet von Anorexie),

  Gewichtsprobleme

- Depressionen, Reizbarkeit, Psychosen, Schizophrenie, Lethargie, Aggressivität, Hyperaktivität,

  Konzentrationsstörungen, Pyrrolurie, Lernschwächen, geistige Retardierung, Halluzination, Erschöpfungssyndrom,

  Irritabilität

- Durchfall, gestörte Funktion der Schleimhaut

- Anämien

- Maligne Tumore

- Alkoholintoleranz

- vermehrtes Schwitzen

- Hypercholesterolämie

- Erhöhte Lipidoxidation

 

Etwas über Vitamin B6

 

Die aktive Form des Vitamin B6 ist das Pyridoxal-5-Phosphat. Es ist zugleich die häufigste Form des Vitamins in der Blutbahn und als Coenzym wirkt es bei mehr als 100 metabolischen Prozessen im Körper, vor allem aber im Aminosäurestoffwechsel. Damit Vitamin B6, welches ausschliesslich durch die Nahrung aufgenommen wird, in die aktive Form umgewandelt werden kann, muss eine ausreichende Menge Zink und Vitamin B2 im Organismus vorhanden sein.

Vitamin B6 sorgt für einen normalen Blutzuckerspiegel, indem es bei der Umwandlung von Protein- und Kohlenhydratspeichern zu Glukose mitwirkt, es ist unerlässlich für die Synthese von Protein und von Neurotransmittern (Serotonin, Dopamin und Norepinephrin), steuert in diesem Zusammenhang auch die Funktion des Kurzzeitgedächtnisses, und es spielt eine wichtige Rolle bei der Bildung von Niacin aus Tryptophan. Des weiteren wirkt es im Fett-Metabolismus, besonders wichtig ist es für die Synthese von Fetten, die die Myelinscheide bilden, und es ist wesentlich an der Hämoglobinsynthese und an dem Sauerstofftransport durch die roten Blutkörperchen beteiligt.

Durch die grosse Präsenz des Vitamins bei Stoffwechselvorgängen können aufgrund eines Mangels wie bei Zink sehr viele verschiedene Folgekrankheiten auftreten, deren Grundursache oft nicht erkannt wird und deren Symptome schulmedizinisch behandelt werden, anstatt dass eine auf Vitamin B6 reiche Nahrung und Nährstoff-Supplementierung ausgerichtete Therapie angewendet wird.

 

Folgen von Mangelzuständen

 

Im Folgenden sollen nur jene Folgen von Vitamin B6- Mangel näher besprochen werden, die auch als typische Symptome der Kryptopyrrolurie auftauchen. Danach folgt eine Liste weiterer möglicher Symptome des Mangels.

Zuckerregulierung: Da Vitamin B6 die Glukosebildung reguliert, kann es infolge eines Mangels zu verzögerter Zuckerneubildung zwischen den Mahlzeiten kommen. Betroffene bemerken, dass nach drei bis vier Stunden unbedingt zwanghafte Nahrungsaufnahme notwendig ist, innere Unruhe und Zittern treten auf. Der Mangel hat allgemein körperlichen und geistigen Leistungsabfall zur Folge.

Morgendliche Übelkeit: Häufig tritt bei Vitamin B6-Mangel Unwohlsein am Morgen auf, welches Ähnlichkeiten mit der morgendlichen Übelkeit von Schwangeren aufweist, denn während der Schwangerschaft schwindet der Vitamin B6-Vorrat der Mutter durch den Bedarf ihres Kindes. Die Übelkeit am Morgen ist eine direkte Folge des Mangels, verursacht durch fehlende Nahrungsaufnahme und Regenerationsprozesse während des nächtlichen Schlafes.

Zentralnervensystem: Durch die Beteiligung des Pyridoxins (Vitamin B6) an der Synthese von Neurotransmittern kommt es bei Mangelzuständen zu Störungen des Zentralnervensystems, vor allem die Funktion des Kurzzeitgedächtnisses nimmt gravierend ab. Abnormale, sehr langsame Gehirnströme können, weil sie grosse Amplituden hervorrufen, bei Personen mit Vitamin B6-Defizit eindeutig gemessen werden.

Überempfindlichkeit bei Stress: Wenn dem Körper und dem Gehirn Serotonin fehlt, kommt es zu ausgeprägter Stressempfindlichkeit, die bei Erwachsenen in Konfliktsituationen, bei Zeitdruck oder bei bevorstehenden Reisen zu Nervosität, Irritabilität, innerer Unruhe, Reizbarkeit, Verwirrung und sogar zu Angstzuständen führen kann. Besonders bei Jugendlichen in der Pubertät treten in Stresssituationen Anzeichen der Pyrrolurie auf, welche sehr oft fälschlicherweise als psychische Störungen interpretiert werden, jedoch von einem kombinierten VitaminB6- und Zinkmangel herrühren.

Des weiteren kann es zu Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und starken Depressionen kommen. Fehlende Traumerinnerung, durch die Störung des Kurzzeitgedächtnisses verursacht, ist ein sehr häufiges Zeichen von Vitamin B6-Mangel.

Anämie: Jene Anämien, die als Folge von Vitamin B6-Mangel entstehen, sprechen nicht auf die üblichen Eisenergänzungstherapien an. Durch eine wiederholte hämolytische Krisis kann es zu Milzvergrösserung und –Sensibilität kommen, was bei jungen Männern zu Impotenz, bei Frauen zu Amenorrhoe führen kann.

 

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