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Kongressbericht Compte rendu de congrès

Schweiz. Zschr. GanzheitsMedizin 13, 55-60 (2001). © Verlag für GanzheitsMedizin, Basel

 

«Mit Vitalstoffen gegen chronische Erkrankungen»

 

Wissenschaftliches Symposium «Vitalstoffe: Vitamine, Mineralien, Spurenelemente»,

Zürich, 24. Oktober 2000

 

Die Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen - den sogenannten Vitalstoffen - zur Prävention oder unterstützenden Behandlung von chronischen Erkrankungen wird zunehmend in der Fachliteratur diskutiert. Epidemiologische Erhebungen und Interventionsstudien weisen daraufhin, dass eine Supplementierung mit Vitalstoffen therapeutisch von Nutzen sein kann. Doch steht die Forschung hier erst am Anfang. Nicht nur hinsichtlich möglicher Anwendungsgebiete der Vitalstoffe, sondern auch in Bezug auf die Wirkmechanismen und die zu empfehlende Tagesdosierung einzelner Vitalstoffe gibt es noch viele offene Fragen. Einen Beitrag zur Klärung dieser Fragen leistete das Wissenschaftliche Symposium «Vitalstoffe-Vitamine, Mineralien, Spurenelemente» in Zürich, welches durch die Unterstützung der Firma Biomed AG ermöglicht wurde.

 

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind die zentralen Gruppen der Vitalstoffe. Die Fragen der Versorgung mit Vitalstoffen bei kranken und gesunden Menschen sind ein weites Feld einerseits für hartnäckige und kontroverse Diskussionen und andererseits für differenzierte Einnahmeempfehlungen, so die einleitenden Worte des Moderators Prof. Dr. med. Reinhard Saller, Zürich. Ein Teil von Fachleuten weist darauf hin, dass der individuelle Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen in der Regel durch eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung gedeckt wird und eine Supplementierung dementsprechend unnötig ist.

Zahlreiche Ärzte, Therapeuten und Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit einer qualifizierten und individuell differenzierten Supplementierung mit Vitalstoffen, so Prof. Saller.

Epidemiologische Erhebungen und Interventionsstudien bringen Hinweise, die eine solche Einschätzung stützen könnten, vor allem im Zusammenhang mit möglichen Auswirkungen von oxidativem Stress und einer erhöhten Bildung von freien Radikalen.

In diesem Symposium sollten diese Fragen und die verschiedenen Antworten wissenschaftlich und vor allem praktisch-therapeutisch aufgegriffen und Lösungsvorschläge für Prävention und Behandlung vorgestellt werden.

 

Schweizer Bevölkerung -ausreichend mit Nährstoffen versorgt?

Den Auftakt des mit 240 Teilnehmern sehr gut besuchten Symposiums machte Dr. med. Monika Eichholzer, Zürich, indem sie der Frage nachging, ob die Schweizer Bevölkerung ausreichend mit Vitalstoffen versorgt ist. Für ihr Bewertung zog sie den 4. Schweizerischen Ernährungsbericht 1998 und Erhebungsdaten an Individuen heran und berücksichtigte darüber hinaus die geschätzten Lagerungs- und Zubereitungsverluste von hitzelabilen, lichtempfindlichen und wasserlöslichen Vitaminen. Somit kam sie zum Schluss, dass die durchschnittliche Versorgung mit Vitamin B1, Folsäure, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin D in der Schweizer Bevölkerung nicht ausreichend ist. Dabei ist die Unterversorgung mit Vitamin D am unproblematischsten zu bewerten, da der menschliche Körper mit Hilfe des Sonnenlichtes die Möglichkeit hat, Vitamin D selbst zu produzieren.

Ernährungserhebungen an Individuen, die in ausgewählten Städten der Schweiz durchgeführt wurden, ergaben für bestimmte Bevölkerungsgruppen wie alte Menschen, junge Frauen und 13-21jährige Schüler und Schülerinnen Defizite vor allem an den Vitaminen B1, B2 und B6 sowie für alte Menschen und junge Frauen ein Folsäuredefizit. Dr. Eichholzer betonte, dass gerade bei Frauen im gebährfähigen Alter noch ein grosser Aufklärungsbedarf bezüglich der Prävention eines Neuronalrohrdefektes besteht. Heutzutage gilt es als gesichert, dass die tägliche Gabe von 0,4 mg Folsäure einen Monat vor und drei Monate nach Beginn einer Schwangerschaft das Risko eines Neuronalrohrdefektes des werdenden Kindes vermindern kann.

Bezüglich der Mineralstoffe ist vermehrt bei jungen und prämenopausalen Frauen sowie bei den untersuchten Schülern und Schülerinnen eine unzureichende Calcium- und Eisenzufuhr zu verzeichnen. Auch bei postmenopausalen Frauen liegt häufig ein Calciumdefizit vor. Dr. Eichholzer gab ausserdem zu bedenken, dass in der Schweiz durch jodiertes Salz und die Einfuhr von amerikanischem, mit Selen angereichertem Weizen diese beiden Spurenelemente zwar ausreichend zur Verfügung stehen, aber bei Austausch oder Veränderung dieser Produkte es möglicherweise Defizite auftreten könnten.

Da es sich bei diesen Verzehrsangaben generell nur um Durchschnittswerte und nur um ausgesuchte Kollektive handelt, ist eine Extrapolation der Vitalstoffzufuhr auf die gesamte Schweizer Bevölkerung schwierig. Es sind aber verschiedene Ursachen bekannt, die eine Unterversorgung an Vitalstoffen erwarten lassen. Dies sind Vernachlässigung einer gesunden Ernährung (v. a. bei Männern), niederkalorisches Essen (v.a. junge Frauen und alte Menschen), einseitige Ernährung (z.B. Veganer) oder ein erhöhter Bedarf an Vitalstoffen (Schwangerschaft, Stillzeit, Krankheiten, Rauchen, Alkoholkonsum, fleischloses Essen oder Interaktionen mit Medikamenten). Dr. Eichholzer schloss daraus, dass unsere Ernährung reicher an Vital- und Ballaststoffen («nährstoffdichter») werden muss, dass die Bevölkerung bezüglich sinnloser Diäten, Alkoholkonsum und Rauchen noch stärker aufgeklärt werden muss und dass bei erniedrigter Kalorienaufnahme und damit erhöhtem Vitaminbedarf Vitalstoffe supplementiert oder auch in bestimmten Lebensmitteln angereichert werden sollten. Gerade durch niederkalorisches Essen (<1800 kcal/Tag), wie es bei jungen Frauen und alten Menschen häufig vorkommt, können Vitalstoffe, ohne dass sie supplementiert werden, selbst durch Steigerung der sog. Nährstoffdichte (also mehr Ballast- und Vitalstoffe bei gleichbleibender Kalorienzahl) nicht mehr in ausreichenden Mengen zugeführt werden.

 

Wichtig: Kenntnis der Wirkmechanismen

Für die Supplementierung von Vitalstoffen ist die Kenntnis der Wirkmechanismen der einzelnen Vitalstoffe von Bedeutung. Prof. Dr. Paul Walter, Basel, erläuterte, dass Spurenelemente und Vitamine in sehr viele verschiedene Körperprozesse eingreifen. Spurenelemente, wie z.B. Eisen, Selen und Zink, haben dabei vor allem katalytische Eigenschaften. Am Beispiel der B-Vitamine zeigte er auf, dass Vitamine vernetzt im gesamten Stoffwechsel wirken, weswegen eine Einzelbetrachtung der Vitamine nicht sinnvoll ist und zu falschen Schlussfolgerungen führen könnte. Ausserdem gilt ganz allgemein, dass die Menge an Vitaminen zur Prävention chronischer Erkrankungen höher liegen als diejenigen zur Vermeidung klassischer Mangelkrankheiten, wie z.B. Skorbut oder Beriberi. So braucht man beispielsweise zur Behandlung einer Anämie etwa 0,2 mg Folsäure pro Tag, während zur Senkung eines erhöhten Homocysteinspiegels etwa 0,4 mg benötigt werden. Genauso ist eine grössere Menge von Vitamin K für die unterstützende Wirkung bei der Knochenbildung nötig als zur Blutgerinnung, doch genaue Dosisempfehlungen können zur Zeit noch nicht gegeben werden. Bisher weiss man nur, dass eine Erhöhung der Vitamin K-Dosis nicht zu einer unerwünschten übermässigen Blutgerinnung führt.

Präventive Effekte der Vitalstoffe werden teilweise schon in den neueren Ernährungsempfehlungen (z.B. D.A.CH-Empfehlungen 2000;) berücksichtigt, die gegenüber älteren Referenzwerten für einzelne Vitalstoffe eine höhere tägliche Zufuhr angeben.

 

Antioxidanzien und freie Radikale in der Ernährung

Antioxidanzien und freie Radikale sind zur Zeit sehr populär, weswegen auch der zweite Teil des Symposiums diesem Thema gewidmet war. PD Dr. med. Remy Meier, Liestal, führte aus, dass Radikale in allen sauerstoffaktiven Zellen entstehen. Radikale sind einerseits nötig zur Abwehr von pathogenen Mikroorganismen, andererseits können sie aber auch körpereigene zelluläre und Kernstrukturen schädigen. So können Enzyme, Zellmembranen und Phospholipide geschädigt, Proteine glykosyliert sowie LDL oxidiert werden. Ausserdem kann es zu DNA-Mutationen und einem erhöhten Tumorrisiko kommen.

An der Entstehung von Radikalen sind sogenannte Prooxidanzien beteiligt (gemäss Prof. Dr. H. K. Biesalski entstehen 98% der Prooxidantien endogen, der Rest exogen). Zu den endogenen Prooxidanzien zählen radioaktive Strahlen, Luftverschmutzung und die Zufuhr von mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Besteht ein Ungleichgewicht zwischen Pro- und Antioxidanzien zugunsten der Prooxidanzien, kommt es zu einer Überproduktion von Radikalen, und man spricht von oxidativem Stress. Oxidativer Stress spielt auch bei Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Herz-Kreislauferkrankungen, bei der Entwicklung von Tumoren, bei Infektionen, Verbrennungen und grossen chirurgischen Eingriffen eine Rolle.

Der Körper kann nun mit Hilfe von Enzymen (Superoxiddismutase, Katalase, Glutathionperoxidase) zusammen mit den sogenannten Antioxidanzien wie Vitaminen (Vitamin C, Vitamin E, ß-Carotin), Spurenelementen (Selen, Zink, Kupfer) oder sekundären Pflanzenstoffen (Polyphenole) freie Radikale binden oder die durch Radikale ausgelösten Kettenreaktionen unterbrechen und somit die Zellen schützen. Im einzelnen kennt man u.a. folgende bedeutsamen Wirkungen:

·          - Carotinoide steigern die Aktivität von Killer-T-Lymphozyten

·          - Vitamin E, das Hauptoxidans in den Zellmembranen, schützt Lipoproteine und moduliert die Arachidonsäurekaskade.

·          - Vitamin C inaktiviert freie Radikale, reduziert zirkulierende Glucocorticoide, moduliert die Leukozytenfunktionen, steigert die  Glutathionproduktion und

           regeneriert Vitamin E.

·          - Flavonoide supprimieren die LDL-Oxidation und reduzieren die Tumorentstehung.

 

Neben den schon erwähnten Vitaminen wirken auch schwefelhaltige Verbindungen wie Cystein, Glutathion und Taurin antioxidativ. So schützt eine Supplementierung mit Glutamin, einer effizienten Vorstufe von Glutathion, den Glutathionspeicher in der Leber. Dies ist von Bedeutung, da akute Erkrankungen mit einer Entleerung der Glutathionspeicher einhergehen. Cystein ist eine potenter  Hemmer der Expression des NFk-Faktors, und Taurin wirkt antiinflammatorisch.

Der Synergismus der einzelnen Antioxidanzien lässt sich therapeutisch ausnutzen. Bei «kritisch» Kranken scheint daher eine Mischung aus verschiedenen  Antioxidanzien (z.B. Vitamin C, Vitamin E und [b-Carotin im zur Zeit empfohlenen Verhältnis 1:2:0,1) vor oxidativem Stress zu schützen.

Abschliessend erläuterte Dr. Meier, wie Antioxidanzien bei Diabetes mellitus präventiv wirken könnten. So kommt es unter dem Diabetes zu einer gesteigerten Lipidperoxidation, einer verstärkten Glykosilierung von Proteinen und Hämoglobin sowie zu einer verstärkten LDL-Produktion, was letztendlich zum klinischen Bild der Mikro-und Makroangiopathie führt. Vitamin C und E können nun die Lipidperoxidation reduzieren und Catechine können Peroxylradikale neutralisieren. Es fehlen zwar noch klinische Daten, aber eine präventive Zufuhr von Antioxidanzien wird dennoch generell als sinnvoll und therapeutisch bedeutsam betrachtet. Da aber die meisten Krankheiten in der Regel komplex sind, sollte man gemäss Dr. Meier die Effekte der Antioxidanzien nicht überbewerten, denn die freien Radikale stellen nur einen Baustein im gesamten Krankheitsgeschehen dar.

 

Antioxidanzien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Prof. Dr. med. Hans K. Biesalski, Stuttgart-Hohenheim, erläuterte das präventive Potential von Antioxidanzien bei Herz-Kreislauferkrankungen. Im Menschen kennt man etwa 400 verschiedene endogene antioxidative Systeme, und zusätzlich sind noch etwa 1000 verschiedene exogene antioxidativ wirkende Substanzen bekannt. Das wichtigste Plasmaantioxidans ist die Harnsäure, welche v.a. beim alten Menschen von Bedeutung ist, während beim Säugling die Katalase das wichtigste endogene antioxidative System darstellt.

Von den exogenen Antioxidanzien ist vor allem Vitamin E von Bedeutung, das als einziges Vitamin in der Zellmembran eingebaut ist. Vitamin E unterbricht die Kettenreaktion der Lipidperoxidation sowie die durch ß-Carotin ausgelösten Kettenreaktionen in Lipidmembranen und wird dabei selbst zum Vitamin E-Radikal, das durch Vitamin C regeneriert wird, -das Vitamin C-Radikal selbst ist träge. So schlussfolgerte Prof. Biesalski -ähnlich wie  sein Vorredner-, dass erst eine «antioxidative» Vitaminkombination den erwünschten Effekt erbringen kann.

In humanen Interventionsstudien konnte nun erstmals gezeigt werden, dass die hochdosierte Gabe von Vitamin E bei bereits bestehenden arteriosklerotischen Veränderungen den  Verlauf der Stenosierung beeinflusst und damit die Entwicklung der koronaren Herzkrankheit verlangsamt. Auch wurde gezeigt, dass die Restenosehäufigkeit unter Vitamin E abnahm. Dennoch muss gemäss Prof. Biesalski noch geprüft werden, inwieweit Vitamin E tatsächlich zur Sekundärprävention der koronaren Herzkrankheit eingesetzt werden kann.

 

Antioxidanzien und mentale Funktionen

Dr. med. L. C. Dukas, Basel, ging abschliessend der Frage nach, ob antioxidative Vitamine eine protektive Wirkung auf altersbedingte neurodegenerative Prozesse haben. Mehrere Studien zeigen tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Antioxidanzien und mentalen Funktionen. Die Basler-Studie, eine seit 1959 laufende Kohortenstudie, zeigt beispielsweise, dass höhere Vitamin C- und b-Carotin-Serumspiegel mit einer besseren Gedächtnisleistung assoziiert sind. Auch korrelierten höhere Vitamin C-und Selenspiegel mit einer verbesserten kognitiven Leistung. Wie Erfahrungen aus der Basler Memory Clinic gezeigt haben, besteht bei alten Menschen häufig ein Folsäure-, Vitamin B2- und B6-Mangel, was oft auch im Zusammenhang mit einer niederkalorischen Ernährung steht. Gerade Vitamin B12 verlangsamt bei einer beginnenden Alzheimer Demenz den neurodegenerativen Prozess, weshalb Dr. Dukas eine Vitamin-Bestimmung im Plasma von alzheimerverdächtigen Patienten und eine dementsprechende Substitution als sinnvoll erachtet.

 

Domäne der Vitalstoffe ist die Prävention

Wie alle fünf Referenten betonten, ist es sehr schwierig, die Wirkmechanismen und die Bedeutung der einzelnen Vitamine bei bestimmten Erkrankungen bis ins Detail zu untersuchen. Wesentlich scheint aber vor allem die Kombination, d.h. das Zusammenwirken der einzelnen Vitamine zu sein, wobei auch die Biflavonoide eine grosse Rolle für die Krankheitsprävention spielen. Auch waren sich die Referenten einig darüber, dass die Bedeutung der Vitalstoffe im wesentlichen in der Prävention und damit in der Gesunderhaltung liegt und weniger in der Behandlung von bereits bestehenden Erkrankungen. Es braucht aber noch einige Studien, um die Zusammenhänge von Vitalstoffen und der Krankheitsprävention näher aufzuklären.

 

Mit Hilfe der in unserer Nahrung vorhandenen Vitalstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fett-und Aminosäuren sowie Pflanzenwirkstoffe lassen sich zahlreiche Krankheiten vermeiden oder behandeln. Die allsan-Vitalstofftherapie beruht darauf, dass jeder Mensch einen individuellen Stoffwechsel hat. Dieser ist abhängig von Lebensstil, Essgewohnheiten, Arbeitsbelastung und Alter. Bei der Zuführung der Vitalstoffe gilt es diese Punkte zu berücksichtigen und die Dosierung auf den einzelnen entsprechend anzupassen. Eine ungenügende Vitalstoffversorgung führt zu Mängeln, die früher oder später unsere Gesundheit beeinträchtigen können.

Die allsan-Vitalstofftherapie trägt den verschiedenen Bedürfnissen Rechnung und stellt dem Patienten/Kunden eine ganze Palette von verschieden Produkten zur Verfügung.    

 

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